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Codierung, Mikrochips, GPS – So machen es Radfahrer den Dieben in Leverkusen schwer

Codierung, Mikrochips, GPS

So machen es Radfahrer den Dieben in Leverkusen schwer

VonAgatha Mazur 16.10.20 06:00

  • Beim Bikertreff in Wiesdorf kann man sein Fahrrad codieren lassen.
  • Warum ist das wichtig und welche Arten, sein Rad vor Dieben zu schützen, gibt es darüber hinaus?
  • Polizeikommissar Dirk Beerhenke gibt Tipps.

Leverkusen – Geklaut wird alles, was nicht niet- und nagelfest ist“, empört sich Heinz-Dieter Nelles. Mit seinem Team des Bikertreffs Leverkusen möchte er dagegen ankämpfen und es den Dieben so schwer wie möglich machen.

Seit neuestem besitzt der Wiesdorfer Verein, der sich aus Ehrenamtlern speist, ein Codiergerät für Räder. Warum diese Codierungen so wichtig ist, erklärt Kriminalkommissar Dirk Beerhenke. Haben Räder eine individuelle Zahlenfolge – sei es durch eine Codierung oder durch die Rahmennummer des Herstellers – kann die Polizei bei Kontrollen das Rad identifizieren. So steigt die Chance, sein gestohlenes Rad eines Tages zurückzubekommen und die Aufklärungsquote, die laut polizeilicher Kriminalstatistik 2019 NRW-weit lediglich bei knapp acht Prozent lag, zu erhöhen.

Beerhenke verdeutlicht die Dimensionen: „Mehr als 40 Millionen Euro Sachschäden“ wurden allein vergangenes Jahr durch Diebstähle verursacht. Da die Räder – allen voran Pedelecs oder E-Bikes – immer teurer werden, steigt auch die Schadenssumme.

Bei der Polizei Köln und Leverkusen gibt es mittlerweile eine komplette eigene Einheit, die sich nur mit Fahrraddiebstählen befasst.

Auf jeden Fall an Ständern anschließen

Beerhenke, für Prävention zuständig, wirbt auch für den Fahrradpass. Dort kann man, entweder noch auf Papier oder mittlerweile natürlich auch per Smartphone, seine Fahrraddaten eintragen, im Diebstahlsfall schickt man der Polizei ein exportiertes PDF mit allen Daten.

Darüber hinaus sei das Zauberwort: „Anschließen.“ Nicht abschließen, betont der Kommissar. Anschließen, und zwar mit einem geprüften Schloss an so genannten Fahrradnadeln, also Radständern, die erschweren es den Dieben ungemein, die Räder einfach mal eben so mitzunehmen.

Ganze Banden seien heutzutage unterwegs, schildert der 60-Jährige. Sie fahren mit einem Transporter vor, die Leute steigen aus und laden die Räder ein. Viele würden für Handwerker gehalten, erläutert Dirk Beerhenke und appelliert eindringlich an die Bürgerinnen und Bürger, die Polizei zu rufen, wenn sie Verdacht schöpfen. „Wir sind auf Hinweise angewiesen.“

Neu sind Sender, die mittels GPS den Standort des Rads übermitteln – und wo man bei Diebstahl das Signal verfolgen kann. Darüber hinaus können Mikrochips an den Rahmen geklebt werden. Sie kosten nur wenige Euro und funktionieren mithilfe der so genanten RFID-Technik: Bestimmte Scanner können die Signale des Chips auslesen. In Kopenhagen gebe es bereits fest installierte Scannerstationen, schildert Dirk Beerhenke und kann sich vorstellen, dass Städte hierzulande vielleicht mal mit mobilen Scannern starten, um den Dieben auf die Schliche zu kommen.

Heinz-Dieter Nelles vom Wiesdorfer Bikertreff ist Feuer und Flamme dafür, die Räder sicherer zu machen. Sein Team, das gebrauchte Fahrräder repariert und günstig an Bedürftige verkauft, finanziert sich nur durch Spenden, auch das neue Codiergerät konnte nur mithilfe einer 5000-Euro-Spende von Covestro angeschafft werden. Das Covestro-Stadtradel-Team um Andrea Wagner hatte 2019 eine Prämie gewonnen, die es gerne spenden wollte. Covestro stockte den Betrag noch mal auf.

Die Codierung kostet fünf Euro für Bedürftige, 15 Euro für Normalverdiener beim Bikertreff in der Breidenbachstraße 11. Geöffnet samstags von 10 bis 12 Uhr, um Anmeldung wird gebeten.

kontakt@radservice.bike

Quelle: https://www.ksta.de/region/leverkusen/stadt-leverkusen/codierung–mikrochips–gps-so-machen-es-radfahrer-den-dieben-in-leverkusen-schwer-37493672

 

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